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      Kindernachmittag am Sommerkeller

Rund 50 Kinder, teils sogar mittelalterlich gewandet, hatten großen Spaß beim Nachmittag des Heimatvereins Laibstadt am Sommerkeller, wo sich heuer alles um die gute alte Ritterzeit dreht. Dazu war eigens Ritter Friedrich aus Heideck gekommen, um von seiner Zeit aus dem finsteren Mittelalter zu berichten.

LAIBSTADT (nh) - Wieder einmal hellauf begeistert waren die runf 50 Kinder vom Nachmittag am Sommerkeller, den der Heimatverein Laibstadt veranstaltet hatte. Bei der von Angelika Fürsich federführend organisierten Veranstaltung drehte sich alles ums Mittelalter. Als Höhepunkt stieg Ritter Friedrich von Heideck, besser bekannt als Kappelmo, aus seinem kühlen Grab und kam in voller Ritterrüstung und mit Schwert, Schild und Hellebarde zu seinen kleinen Untertanen nach Laibstadt.

"Eigentlich bin ich ja schon lange tot", erklärte der Heidecker Ritter alias Josef Krätzer, der seit über 20 Jahren vom Mittelaltervirus infiziert ist und seine Rolle als Kappelmo mit Leib und Seele lebt. Gebannt hörten die Kinder seinen Ausführungen zu und erfuhren, dass das Heidecker Rittergeschlecht ursprünglich im Anlautertal zuhause war, dann bei Altenheideck eine kleine Burg bauten und schließlich auf den Schlossberg umzogen. "Das Leben auf einer Burg kann man sich jedoch nicht so romantisch und schön vorstellen, wie wir das heute gerne tun", plauderte Friedrich aus seinem Leben. Im Sommer habe man als Ritter oft kämpfen müssen, um zum Beispiel gefährliche Räuberbanden zu vertreiben. Auch wenn der Kaiser zum Kriegseinsatz rief, habe man gehorchen müssen. Manche seiner Kollegen mussten sogar als Kreuzritter bis nach Palästina ziehen. "Im Winter fiel der Krieg allerdings wegen schlechten Wetter aus. Die Wege waren oft unpassierbar und matschig. Um fitt zu bleiben, mussten die Ritter in dieser Zeit allerdings viel trainieren."

Aber was ein richtiger Ritter ist, der braucht auch einen Knappen. Kurzerhand wurde Stefan Baumann das über 20 Kilogramm schwere Kettenhemd angezogen. Danach musste er vor Ritter Friedrich knien, damit dieser ihn für seine Zeit am Sommerkeller zu seinem Ritterknappen schlagen konnte. Danach erklärte er, was es mit den Schildern und den aufgemalten Wappen auf sich hat. "Ihr müsst euch vorstellen, wenn ein Ritter so wie ich einen Helm aufhat und dann im Kampf sein Visier herunter lässt, dann weiß ja niemand mehr, wer hinter der Rüstung steckt." Um dann im Kampfgetümmel oder auf Ritterturnieren Freund und Feind auseinander zu halten, sei man dann auf die Idee gekommen, die Schutzschilde anzumalen. Nach seinen Ausführungen durften die Kinder ihre eigenen Wappen malen. Viele wählten dabei das Wappen der Herren von Heideck, das Mittelfrankenwappen oder auch das Wappen von Laibstadt, das noch heute als Schlussstein des Chorgewölbes in der Laibstädter Kirche zu sehen ist.

Danach ging es in den Sommerkeller. Dort las Angelika Fürsich bei schaurigem Kerzenlicht die gruselige Sage von der Schlüsseljungfrau vom Schlossberg und ihrem weißen Pudel vom Sommerkeller vor. Für Kurzweil sorgten auch etliche mittelalterlichen Spiele wie Hahnenkampf, Pferdewurf und Turmbauen mit Holzriegeln. Wer wollte konnte auch einen Pfannkuchen aus Dinkelmehl machen. Daneben bestand die Möglichkeit zum Kegeln. Zum Abschluss setzten sich die Kinder um das Lagerfeuer, um mit Martin Schneider das Lied "Ja so war'n die alten Rittersleut" zu singen, womit ein spannender und unterhaltsamer Nachmittag zu Ende ging.
 

Edle Fräulein und tapfere Ritter finden sich am Sommerkeller ein.
Ritter Rainer und Ritter Max sind auch schon da.
Burgfräulein Angelika führt durch das Programm. Pferdewurf: Wer kann sich bei diesem Spiel am Längsten auf dem "Pferd" halten?
Kinder mussten damals fleißig sein und z.B. das Holz aufschlichten. Wer schafft den höchsten Stapel? Hahnenkampf: Wer zuerst den Kreis verlässt hat verloren.

Ritter Friedrich von Heideck trifft ein. Die Kinder dürfen sein echtes Schwert in die Hand nehmen.
Stefan trägt das Kettenhemd und wird zum Ritterknappen geschlagen, für den Rest des Tages muss er dem Ritter dienen.

Begeistert erstellen die Kinder ihre eigenen Wappen.
Parallel  zum Spectaculum läuft ein Kegelturnier.
Die "Hochstapler" Christina und Thyra. "Ritter Rost" am Grill, bald sind die Würste fertig.

Huuaaah! Jetzt wird's gruslig! Mit Kerzen steigen die Kinder in den finsteren, kalten Keller.

Dort hören alle die Sage von der "Schlüsseljungfrau vom Schloßberg"
Lustig wird's wieder beim Singen am Lagerfeuer. Mit  Martin Schneider singen wir "Die alten Rittersleit" Pfannkuchen gab es schon im Mittelalter. Lecker schmecken die Dinkelpfannkuchen.

Roller-Ritter Mathes!

 


©1998 by Werner Fürsich