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Stefan Lang im Einsatz für den Papstbesuch in Regensburg

Schon seit Sonntag ist Stefan Lang an den Vorbereitungen am Islinger Feld beteiligt. Seine Aufgabe ist mit dem THW, OV Roth die den Großparkplatz auf einer Länge von 10 KM mit anderen Ortsverbänden aus Bayern auszuleuchten. Trotz seiner Arbeit gelang es ihm noch einige Bilder und Eindrücke festzuhalten.

Das THW Bereitstellungsgelände im Osten von Regensburg Das Islinger Feld Montag Nachmittag.
Großparkplatz an der A3. Stefan ist hier zuständig für die Ausleuchtung des Pilgerweges zum Gottesdienstgelände. Die Autobahn wird auf 10Km in beide Richtungen als Busparkplatz genutzt.
Blick auf das Islinger-Feld während des Gottesdienstes. Das Technikgelände. Hier sind BRK, Malteser, THW, Feuerwehr stationiert.
Blick von einer Presseplattform Kommunion. Bei jedem der Gelb/Weißen Regenschirme steht ein Priester und teilt Kommunion aus.
Die Pilger gehen zurück zu ihren Busen. Die Heidecker Pilger auf der Rückreise.


 13.09.06

Foto: Dank der Videoleinwand konnte die Pilgergruppe aus dem Pfarrverband Heideck-Laibstadt-Liebenstadt die Papstmesse auf dem Islinger Feld bei Regensburg gut mitverfolgen.

Reportage von der Papstmesse in Regensburg

LAIBSTADT (nh) - Das brummelnde Stimmengewirr macht langsam einer gespannten Ruhe Platz, als die rund 260.000 Gottesdienstbesucher auf der Videoleinwand verfolgen können, wie Papst Benedikt XVI. in sein Papamobil einsteigt. Zu diesem Zeitpunkt sind die 220 Pilger aus dem Pfarrverband Heideck-Laibstadt-Liebenstadt, unter ihnen auch 60 Ministranten, schon zehn Stunden auf den Beinen, um mit ihrem "Benedetto" die Papstmesse in Regensburg zu feiern.

Um halb Eins in der Nacht geht die Fahrt mit vier Bussen los. An Schlaf ist nicht zu denken. Viel zu aufgeregt sind Groß und Klein. Zur besseren Erkennung der Pilgergruppe unterwegs erhält jeder einen gelben Schal. Pünktlich im vorgeschriebenen Zeitkorridor erreichen die Pilger um zwei Uhr ihren Busstandort auf der A3. Die komplette Autobahn ist in Höhe Regensburg gesperrt. Doch dann heißt es erst einmal warten, bis ein Sicherheitsmann den Bus zum Aussteigen freigibt. Zahlreiche Messebesucher, teilweise mit Taschenlampen ausgerüstet, gehen am Bus vorbei, weshalb sich drinnen langsam Unruhe verbreitet. Als es endlich so weit ist, gibt es für die meisten kein Halten mehr. Mit Proviant, Klappstuhl Schlafsack und Isomatte geht es schnurstracks zum Islinger Feld, wo die Papstmesse stattfinden soll. Auch die Ministranten müssen sich jetzt ankleiden. In ihren Messgewändern marschieren sie erwartungsfroh in die dunkle Nacht.

Für die restlichen Papstfans geht es um fünf Uhr los. Das gleißende Licht des Strahlers, dem die Gruppe auf dem Standstreifen der Autobahn entgegenmarschiert, blendet. Dann geht es auf einer Brücke auf die andere Seite der Straße. Jetzt weißt ein in den Nachthimmel gerichteter Laserlichtstrahl den Weg. Noch sind nur Wenige unterwegs und man begrüßt sich sogar gegenseitig und fragt nach dem Woher der andere. Vor dem abgesperrten Messeareal dirigieren Männer in gelben Westen die stetig anwachsenden Menschenmassen, um geordnet ein Planquadrat nach dem anderen zu füllen. Keiner will die im Bus ausgeteilten Eintrittskarten sehen. Für die Tascheninhalte interessiert sich schon gleich gar niemand. Die Gruppe mogelt sich in ein eigentlich bereits gesperrtes Feld, um näher an den Papsthügel zu gelangen. Nur aufpassen, dass niemand über die in ihren Schlafsäcken Schlummernden, von denen es nicht wenige gibt, stolpert. Immerhin, bis in eine Entfernung von 300 Metern können sie sich vorarbeiten. Dann heißt es warten. Noch vier Stunden bis zum Start des Gottesdienstes.

Um sieben Uhr kommt die Kälte und kriecht langsam durch die Kleidung. Die eine halbe Stunde zuvor aufgegangene Sonne kann noch nicht wärmen. Immerhin wird es langsam hell und man findet sich eher in seiner Umgebung zurecht als zuvor im künstlichen Licht. Zeit für die Frühstückspause. Neben der mitgebrachten Brotzeit warten Schokoriegel, Bananen und Apfelschorle an den Infopoints. Zwischenzeitlich hat auch das Vorprogramm begonnen. Rosenkränze werden von geistlichen Liedern und Informationsdurchsagen unterbrochen. "Der zehnjährige Phillip sucht seine Mutter." Auf der anderen Seite bewegt sich ein scheinbar endloser Menschenzug den Hügel herab in Richtung Islinger Feld. Die Zeit wird lang, bevor der Papst endlich auf der Videoleinwand auftaucht. Er umrundet erst einmal im Papamobil den ganzen Platz. Allerdings kommen ihm nur diejenigen in den Außenreihen so richtig nah. Die Meisten können den Standort des Papstgefährts nur an den heftig geschwungenen Fahnen und den Jubelschreien erahnen. Schließlich erreicht er die 15.000 Ministranten, die gleich hinter den geladenen Gästen postiert sind. Ihre Benedetto-Rufe, unterbrochen vom bekannten rhythmischen Geklatsche, stecken die Übrigen an. Minutenlang ist nichts anderes zu hören. Auch nachdem die anderen Messebesucher damit aufhören machen die Minis weiter, bis sie schließlich zum Aufhören überredet werden, schließlich soll die Messe pünktlich beginnen.

Fanfaren als ob Gladiatoren in der Arena begrüßt werden eröffnen den Gottesdienst. Eine lange Schlange mit Messdienern, Priestern, Bischöfen und Kardinalen bewegt sich den Papsthügel hinauf. Irgendwo in der Mitte muss auch der Papst sein. Ohne Videoleinwand wäre sowieso alles nur zu erahnen. Auch die mitgebrachten Ferngläser bringen den Bischof von Rom nur wenig näher. Bei der Begrüßung des Papstes brandet der Jubel los. Ein Meer aus Fahnen und Fähnchen. Es dauert, bis sich die Menge wieder beruhigt. Bei der Predigt geht Benedikt XVI. auf den Wahlspruch seines Deutschlandbesuchs "Wer glaubt ist nie allein" ein und ermutigt dazu, die katholische Religion nicht als ängstigende sondern als ermutigende Lehre aufzufassen. Bei vielen stellen sich jetzt andere Ermüdungserscheinungen ein und man ist froh über die mitgebrachten Sitzgelegenheiten. Mittlerweile strahlt auch die Sonne vom wolkenlos blauen Himmel und schwitzen ist angesagt. Die Regensburger Domspatzen geben ihr bestes. Um kurz nach zwölf Uhr ist es geschafft. Beifall verabschiedet den Papst. Lange Fußgängerstaus verhindern danach den schnellen Rückweg. Erschöpft aber tief und nachhaltig beeindruckt vom Erlebten erreicht die Pilgergruppe schließlich um 14 Uhr den Bus.

©1998 by Werner Fürsich