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Laibstadt besucht Leibstadt

Foto Herler
Die Laibstädter aus Bayern hatten zum Dorffest in Leibstadt zwei Gemsen aus Stein mitgebracht, nicht ahnend, dass im Gemeindegebiet der fast gleichnamigen Ortschaft tatsächlich ein Gemsrudel lebt. Von rechts nach links: Heimatvereinsehrenvorsitzender Adolf Herler, Gemeindeammann Walter Anderhub, die Vertreterin der Stadt Heideck Stadträtin Helga Peter und Heimatvereinskassier Mathias Harrer.

Leibstadt (nh) - Zwei "chräftigi Täg" erlebte eine Delegation aus Laibstadt im schweizerischen Leibstadt. Die Partnergemeinde am Rhein hatte zum Dorffest, das alle acht Jahre stattfindet, eingeladen und 65 Mittelfranken waren neben rund 6000 weiteren Gästen dem Ruf am vergangen Wochenende gefolgt. Unter den Laibstädtern waren neben zahlreichen Heimatvereinsmitgliedern auch 10 KLJBler, 10 Motorradfahrer und vier Radfahrer (siehe eigenen Bericht Reife Leistung der Radfahrer).

Rund sechs Stunden dauerte die Busfahrt in die fast gleichnamige Partnergemeinde, wo sogleich das Quartier, ein Luftschutzbunker, bezogen wurde. Die offizielle Begrüßung fand abends im Festzelt statt. Gemeindeammann Walter Anderhub hob bei dieser Gelegenheit die bereits festen Beziehungen zwischen den Bewohnern der fast gleichnamigen Ortschaften hervor. Nicht schlecht staunte er, als er das Geschenk sah, das vier kräftige Männer hereinbrachten: zwei Gemsen aus Granit. Nach dem reichhaltigen Nachtmahl konnten sich die Gäste die zahlreichen Aktivitäten der Schweizer anschauen. So konnte man beim "Schwinget im Zurzibiet" (Schwingen ist eine eigene Art Ringen des Landes) kräftige Männer bewundern, beim Traktor-Pulling, einem Zugkraftwettbewerb, starke Bulldogs und geschickte Fahrer beobachten, oder einfach nur eine nach der anderen Beize (eigens für das Dorffest zu Lokalen umgebaute Scheunen und Garagen) besuchen, wo zahllose Schmankerl warteten.

Nach der Sonntagsmesse im Festzelt zeigten junge Rennfahrer ihre Künste beim Seifenkisten-Derby, wo es bei bis zu 15 Prozent Gefälle rund dreihundert Höhenmeter hinunter in die Dorfmitte ging. Einige Laibstädter nutzten die Gelegenheit dem erst kürzlich renovierten Taglöhnerhaus von 1697 einen Besuch abzustatten. Das unscheinbare Häuschen unter einem steilen Vollwalmdach war noch bis 1929 mit Stroh bedeckt. Unter einem sehr hohen Kostenaufwand wurde das denkmalgeschütze Wohnhaus, das noch Einiges an Originalsubstanz aufweisen kann, wieder in Stand gesetzt. Bei einer Führung durch das Gemeindehaus von Leibstadt durch Gemeindeammann Anderhub erfuhren die Gäste viel Interessantes aus der kommunalpolitschen Situation des Ortes. So gibt es in der dortigen Gemeinde keine politischen Parteien. Vielmehr achtet man bei Kommunalwahlen beispielsweise auf den Berufsstand der Kandidaten, damit die Interessen innerhalb der Gemeinde nicht einseitig gewahrt werden. Interessant für die Bayern war auch die Tatsache, dass die Gemeinden in der Schweiz auch gleichzeitig unterste Finanzamtbehörde sind, also für die Steuern verantwortlich zeichnen. Nach der herzlichen Verabschiedung durch den gesamten Leibstädter Gemeinderat und zahlreichen weiteren Freunden und Bekannten am Nachmittag ging es mit vielen guten Erinnerungen zurück in die Heimat.


 

Samstag, morgens um sechs Uhr herrscht in Laibstadt Aufbruchstimmung. Der HV ist mit dem Bus in die Schweiz unterwegs.
Mit den Motorrädern folgen noch zwölf, vier sind seit gestern mit dem Rad dabei und vier Autos.
Insgesamt ca. 65 Personen.
Fünf Stunden Fahrt sind eingeplant. Die Jungs haben bis früh in den Morgen Party gemacht und nun haben sie kein Stehvermögen mehr und sind friedlich eingeschlafen.
Wie lecker doch so eine Handwurscht doch ist. Brotzeit mit Stadtwurst, Weckla und Brezn. Roadguide ist wieder mal Albert, der uns perfekt zum Ziel führen wird.
Kurz nach der Grenze taucht die erste Beschilderung mit Leibstadt auf. Das Empfangskomitee erwartet uns bereits. Walter Anderhub, der Gemeindeammann (Bürgermeister) ist mit einem Teil des Organisationskomitees da um uns herzlich zu empfangen.
Wir fühlten uns schon gleich wie zu Hause, als wir die Wappen an der Schützen-Alm sahen. Unter der Schweizer Fahne, das Laibstädter Wappen neben dem Leibstädter Wappen.
Bald darauf findet sich ein guter, lieber Freund, Leo Kalt der es sich nicht nehmen lässt, uns mit einem Glas Wein zu begrüßen. Schweizer Meisterschaftskampf im Schwingen. Schwingen ist ein Original Schweizer Kampfsport, ähnlich dem Ringen.
Spezialkicker für ? Personen. Da lässt sich's Geli nicht nehmen mal mitzuspielen. Eine weitere Attraktion ist das Tractor-Pulling. Es geht darum ein Gewicht möglichst weit zu ziehen.
Ein Cormik D439 tritt auch an. Vielleicht hätte ich meinen alten D439 doch nicht hergeben sollen und ihn stattdessen zu einer Kampfmaschine umbauen sollen. Das Zeug dazu hatte er.
Walter Anderhub zeigt uns spontan das neue Gemeindehaus das vor wenigen Jahren fertig gestellt wurde. Kurz darauf durften wir wieder die Gastfreundschaft von Leo genießen. Leo war federführend bei der Gründung derLe(a)ibstadter Partnerschaft. Er ist uns ein guter Freund und uns so richtig ans Herz gewachsen.
Empfang im Zelt bei den Heimweh-Leubschleter. Die Jungs der KLJB.
Peter lacht wie meistens. Zwei der vier Radfahrer. Dasti und Josef. Josef Herler und Manfred Koller sind nicht auf dem Bild (weitere Bilder folgen später).
Mathes wird interviewt Rita umringt von Laibstädtern
Norbert hält im Zelt eine Rede
bei der unser Geschenk, zwei
Gemsen aus Granit, überreicht werden.

 

Im Festzelt
Walter erwähnt, dass es in der Gegend um Leibstadt sogar Gemsen hat. Peter, umzingelt von Gemeindedamen.
Bei dieser Kameraeinstellung gewinnt das Tractor-Pulling eine ganz neue Bedeutung. Umgebaute Rasentraktoren mit gigantischem Lärm und enormer Kraft.
Die seriennahe Klasse. Der John Deere hätte den Full Pull fast geschafft. Als erster schafft ein blauer Traktor (New Holland) den Full Pull. Sieht aus wie meiner :-)
Endkampf im Schwingen der Erwachsenen. Die Athleten machen sich frisch. Urgewalten treffen aufeinander.
Der Sieger ist einer der Top zehn der Schweiz. Als Gewinn bekommt er vom ortsansässigen Müller einen Stier.
Das Nachtleben in der Dorfstraße In der Musikantenschüür herrscht gute Stimmung.
Lustig geht es auch beim Veloclub zu. Walli ist sichtlich begeistert von Bruno
Die Stimmung wird immer ausgelassener.

Kleine Hörprobe (1MB)

Nachts so gegen drei. Die Jungen Wilden schlafen schon.
Morgens in der Früh um sieben.
So sieht es bei der Landjugend aus. Nicht mal die Schuhe brachten sie herunter so erschöpft waren die Jungs beim Heimkommen.
Gottesdienst im Festzelt.
In der Boxengasse der Seifenkistenpiloten. Die Kinder nehmen es so ernst wie in der Formel 1. Es geht ja schließlich um die Schweizer Meisterschaft.
Start frei!! Bis zu 60 Km/h ereichen die Rennfahrer auf der abschüssigen Strecke.
High-Tech Boliden unterwegs. Rasant geht es durch die Kurven.
Das älteste Haus Leibstadts von 1697 Gerade noch rechtzeitig vor dem Verfall gerettet wurde es in vielen Arbeitstunden von Markus und Brigitte Schraner aufgebaut.
Blick ins Tal auf Leibstadt und den Rhein. Das KKW Leibstadt
Geli lässt sich auf Original .Aelplermagronen ein. Es besteht aus Nudeln mit Kartoffelstückchen mit Speck und Rahm, dazu wird Apfelmus gereicht.
"Es schmeckt einfach super, echt super".
Urs und Karl arbeiten im Bistro des Männergesangsvereins und der Landfrauen.
Wir sind im Land der Alphörner.

Kleine Hörprobe (200KB)

Gemütlich ist's unter den Linden im Biergarten.
Sonntag Nachmittag. Es wird Zeit um Aufzubrechen. Wir verabschieden uns in der Beiz des Veloclubs von Bruno, Doris, Reto und ... Aufstellung zum Weltrekordversuch beim Stafettenlauf im Inline-Skaten, den wir leider nicht mehr mitverfolgen konnten.
Nun ist's Zeit zum Winken. Wir fahren gleich los nach Laibstadt. Bei der Rückfahrt wollte unser Bäckermeister das Steuer übernehmen, doch das konnten wir ihn Gott sei Dank ausreden.

Wir wollen ja schließlich alle gesund nach Hause kommen!!

Danke liebe Leibstäder für eure Einladung, für uns waren es "2 chräftigi Täg".
Es  hat uns gut getan, mit Freunden zu plaudern, Kontakte zu pflegen und gemeinsam mit euch zu feiern.

Dieser Link führt auf die Seite von Leibstadt/fotoalbum/Jugend und Dorffest


Reife Leistung der Radfahrer

Foto:
Die vier Laibstädter vor dem Kernkraftwerk bei Leibstadt in der Schweiz. Josef Schmidpeter, Manfred Koller, Josef Maurer und Josef Herler (von links nach rechts) hatten die 380 Kilometer ins fast gleichnamige Dorf in der Schweiz mit dem Fahrrad in zwei Tagen zurückgelegt.

Leibstadt (nh) - Nachdem 2001 zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins Laibstadt auch zehn Velofahrer vom VC Leibstadt zu Besuch waren, wollten einige Radfahrer aus Laibstadt den Beweis antreten, dass auch Bayern zu solch einer Leistung fähig sind. Nachdem bereits seit längerem die Einladung zum Dorffest 2007 in Leibstadt bekannt war, trainierte die Radlgruppe der DJK Laibstadt intensiv auf diese einmalige Herausforderung hin.

Schließlich wagten sich mit Josef Schmidpeter, Josef Maurer, Josef Herler und Manfred Koller vier der Mutigsten an die Gewalttour und starteten am Freitag früh in Richtung Süden. Trotz schlechter Vorhersagen hatten die Laibstädter jedoch Glück mit dem Wetter, so dass sie weitestgehend vom Regen verschont blieben. Gehändicapt waren sie jedoch von der Tatsache, dass sie die weite Strecke ohne Begleitfahrzeug zurücklegen mussten und das Gepäck in Rucksäcken und Satteltaschen zu verstauen war und somit wie zusätzlicher Balast wirkte. Um so erstaunlicher die Tatsache, dass am ersten Tag bereits 260 Kilometer zurückgelegt werden konnten. Bei Tuttlingen fanden die vier Radverrückten mit Glück schnell eine Unterkunft "bei der Maria". Die 84-jährige Wirtin bewirtete die Laibstädter herzlich und wünschte mit der Bemerkung, dass einer Maria bei gleich drei Josefs auf einmal in dieser Nacht wohl nichts passieren könne. Am nächsten Tag liesen es die Radfahrer für die 120 restlichen Kilometer etwas ruhiger angehen. Kurz vor der Grenze schmeckte das Bier in einer Gaststube zu gut, und statt der am frühen Nachmittag geplanten Ankunft in Leibstadt erreichte man erst kurz vor dem offiziellen Empfang im Festzelt um 17 Uhr das Ortsschild. Dennoch muss man vor der beachtlichen Leistung der insgesamt 380 zurückgelegten Kilometer bei einer durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometer ohne Epo oder andere Dopingmittel (abgesehen vom einen oder anderen Bier) höchsten Respekt zollen.
 


©1998 by Werner Fürsich