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Einweihung des Antonius-Bildstocks

LAIBSTADT (nh/nhe) - Bei einer feierlichen Andacht im Freien wurde vergangenen Sonntag der neue Bildstock zu Ehren des Heiligen Antonius von Padua bei Laibstadt eingeweiht. Der Heimtaverein hatte damit eine Idee der Seniorensportgruppe der DJK aufgegriffen, die bei einer Sommerwanderung den Aufstellungsort als günstig für einen Bildstock einstufte. "Dass es ein Bildstock zu Ehren des Heiligen Antonius werden sollte, lag aber nicht daran, dass die Laibstädter vielleicht besonders schlampig oder vergesslich sind", meinte Vereinsvorsitzender Norbert Herler, zumal es mit der Antoniuskapelle und einer großen Heiligenfigur in der Pfarrkirche bereits zwei Anbetungsorte für den Wiederbringer verlorener Gegenstände gebe. "Vielmehr ist es so, dass ein Anton in der Wandergruppe dabei war, und der kümmert sich bereits vorher schon um den Platz und die Bank an dieser Stelle."

Mit dem talentierten Eichstätter Künstler Rupert Fieger war man sich schnell über Ausführung und Modalitäten einig. Rechtzeitig am vergangenen Freitag war der Bildstock aufgestellt worden, und so konnte am Sonntag der Einweihungsakt durch Stadtpfarrer Tobias Göttle vollzogen werden. In Begleitung der Laibstädter Schola sang man die beiden bekannten Antoniuslieder nach den Melodien "Wohl denen die da wandeln" und "Was uns die Erde gutes spendet". Göttle ging in seiner Ansprache darauf ein, dass man die Heiligen doch als Mittler zu Gott sehen solle. "Sie sind Vorbilder für uns und sollen uns nicht nur für die eine oder andere uns im Moment wichtig erscheinende Sache helfen, sondern sie sollen auch als Helfer und Wegbegleiter zu Gott hin angesehen werden." Manchmal sei so eine Glaubensfindung allerdings auch über die kleinen Hilfen im Alltag möglich, eben wenn der Heilige Antonius von Padua beim Suchen eines verlorenen Gegenstandes helfe. Zweite Vorsitzende Angelika Fürsich trug dann die Heiligenlegende des Antonius vor. Demnach wurde dieser als Ferdinand in der protugiesischen Stadt Lissabon geboren, wo er schon mit 15 Jahren ins Kloster eintrat. Weil er Missionar in Marokko werden wollte, brach er dorthin auf, wurde jedoch in Afrika schwer krank. Auf der Rückfahrt trieb sein Schiff bei einem Sturm nach Italien ab. Dort wurde seine große Rednergabe erkannt und fortan predigte er mit großer Überzeugungskraft in Kirchen und auf Plätzen vor Tausenden von Menschen. Er starb am 13. Juni 1231. Sein Gedenktag ist sein Todestag.

Einen interessanten Zusammenhang stellte Herler zum Bildstock des Heiligen Rupert fest, den der Heimatverein 2003 aufgestellt hatte. "Über viele Jahrhunderte gab es in und bei Laibstadt Bergbau", so Herler in seinen Ausführungen. "Was wir jedoch weder beim Heiligen Rupert noch beim Heiligen Antonius von Padua wussten, beide gelten auch als Patrone der Bergleute." In Vertretung für Bürgermeister Ottmar Brunner war der zweite Bürgermeister von Heideck, Gerhard Englisch, gekommen, um Grüße zu überbringen, befindet sich der Standort des neuen Bildstocks doch auf städtischem Grund. "Für diejenigen, die zum Heiligen Antonius beten wollen ist es ein wunderschöner Ort geworden.", meinte Englisch. "Und die anderen, also die Wanderer und Radfahrer, können sich über ein wirklich gelungenes Kunstwerk freuen."

Besonders erfreut waren die Anwesenden darüber, dass sich der Bildhauer Rupert Fieger für die Einweihung Zeit genommen hatte. Er erklärte noch einmal kurz seine Überlegungen, wie er aus dem weißen Jurastein, der aus Petersbuch stammt, etwas besonderes machen könnte. "Schließlich bekommt man nicht jeden Tag den Auftrag, etwas so schönes wie einen Bildstock machen zu dürfen." Intensiv setzte er sich mit der Legende des Heiligen auseinander und fand schnell heraus, dass der Heilige Antonius von Padua in der Regel mit einem Jesuskind auf dem Arm dargestellt werde. "Der Überlieferung nach soll er mit dem Jesuskind gesprochen haben." Nachdem er sich vor der Umsetzung auch noch den Platz, an dem der Bildstock aufgestellt werden sollte, angesehen hatte, kam er zum Schluss, eine hohe, schlanke Stele zu realisieren, und das den Heiligen als Mönch mit einem Knaben als Halbrelief aus dem Stein zu meiseln. Wie gut gelungen das Ergebnis ist, davon konnten sich alle Anwesenden überzeugen, die voll des Lobes von der Idee des Heimatvereins und der Umsetzung des Künstler waren. Durch die vielen, zum Teil auch recht großzügig ausgefallenen Spenden, muss der Verein nur noch einen Teil der anfallenden Kosten für den Bildstock übernehmen. Leider kürzte ein herannahendes Gewitter die anschließende Feier etwas ab.

 

Das Fundament wird vorbereitet Damit die Stehle gut hält wird das Fundament bis auf Frosttiefe ausgehoben.
In Eichstätt im Atelier:

Der Eichstätter Bildhauer Rupert Fieger zeigte sich erfreut über das große Interesse an seiner Arbeit und erklärte seine Ideen und die anschließende Umsetzung. Scherzhaft zitierte er einen Satz, der dem großen Michelangelo zugeschrieben wird: "Die Bildhauerei ist eine einfache Sache, man muss nur das wegschlagen, was nicht zur Figur passt." Dass es dann doch nicht ganz so einfach ist, wurde den Gästen bei seinen weiteren Ausführung und den näheren Erläuterungen deutlich, und es wurde klar, worauf ein Bildhauer bei seinen Arbeiten alles zu achten hat. Der Stein stamme aus einem Steinbruch bei Petersbuch. "Es handelt sich um eine gut zu bearbeitende Gesteinsart."

Wunderschön ist er geworden....
...das finden auch Robert und seine Mutter. Kerstin und Marion dürfen zum ersten Mal Ministrantinnen machen.
Die Schola hat extra die Antoniuslieder einstudiert. Volksfrömmigkeit wie sie z.B. in Wikipedia beschrieben ist kann man auch heute noch bei uns finden, dazu muss man nicht in alle Welt reisen. Zeugnisse dieses "Volksnahen Glaubens" gibt es hier überall, man muss sich nur darauf einlassen.
Vor der eigentlichen Weihe spricht Norbert die Entstehung der Idee an, warum an dieser Stelle der Hl. Antonius stehen soll. Einen schönen Blick auf unsere Fluren hat der Hl. Antonius mit dem Jesuskind.
Kanon in drei Gruppen aufgeteilt - nicht ganz einfach aber  es hat geklappt. Der Bildstock wird geweiht.
Ein Unwetter zieht auf Noch schnell ein paar Dankesworte...
..auch der zweite Bürgermeister Englisch, hat sich mit Bildstöcken in Bayern beschäftigt und festgestellt das unserer allen Ansprüchen derselben stand hält. Der Bildhauer erzählte uns von seiner Großmutter, die einen Schlüsselbund verlor. Zuerst betete sie das Stoßgebet "Hl. Antonius kreuz guder Moh, pack mi am Zipfl und führ mi drou nou". Doch erst nach dem die Geldspenden immer größer wurden hat sie den Schlüssel wieder gefunden. " Die Heiligen wer'n halt a immer teurer" sagte sie.
Eingeladen hat der Heimatverein alle Anwesenden zu Kaffee, Kuchen und Küchle auf Kosten des HVV. Feierlich eingeweiht wurde am vergangenen Sonntag der Bildstock zu Ehren des Heiligen Antonius, den der Heimatverein Laibstadt aufgestellt hat. Das Gruppenbild zeigt den Künstler Rupert Fieger aus Eichstätt (links neben dem Bildstock), Stadtpfarrer Tobias Göttle, zweiten Bürgermeister Gerhard Englisch und neben der Vorstandschaft des Heimatvereins auch die fünf anwesenden Antons.
Bald schon begann es zu regnen, nicht lange aber heftig, so dass die meisten nach Hause gingen. Ein paar überstanden das Unwetter und feierten die Einweihung bis in die Abendstunden.
       

SANCTUS ANTONIUS PADOVANUS ORA PRO NOBIS
Hl. Antonius von Padua bitte für uns

Der Hl. Antonius ist Patron von Padua, Lissabon, Paderborn, Hildesheim; der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten und Reisenden, der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit, teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten; bei Schiffbruch und in Kriegsnöten; für Wiederauffinden verlorener Gegenstände, gute Entbindung, Altwerden und eine gute Ernte
 

 


©1998 by Werner Fürsich