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 "Oh-Uh-Aufsteiger sind wir, Aufsteiger sind wir"

DJK Laibstadt im Ausnahmezustand

Meckenhausen/Laibstadt (HK) Ein jahrelanger Traum hat sich am Donnerstag für die Laibstädter Fußballer erfüllt: Mit einem 2:0-Erfolg im Entscheidungsspiel gegen die TSG Roth III schaffte die erste Herrenmannschaft zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Sprung aus der untersten Spielklasse.
: DJK Laibstadt im Ausnahmezustand
Bild: "Das ist der größte Aufstieg in meiner Karriere": Bereits in seinem ersten Trainerjahr führt Stephan Handl die DJK Laibstadt zur Meisterschaft in der A-Klasse und zum Aufstieg in die Kreisklasse. Die Mannschaft trägt ihren Spielertrainer dafür auf Händen. - Fotos: J. Münch

 Nur noch fünf Minuten, bis der Ausnahmezustand beginnt. Rechtzeitig für den Abpfiff werden am Spielfeldrand die Sektflaschen verteilt und die Aufsteiger-T-Shirts ausgepackt, als sich zwei Laibstädterinnen schon über die Folgen der bevorstehenden Feier unterhalten. "Also von meinen Buben hat keiner daran gedacht, dass er sich für Freitag Urlaub nimmt", erzählt die eine in mütterlich-sorgenvollem Ton. "Vielleicht kann ich mir ja noch kurzfristig frei nehmen", entgegnet die andere und grinst dabei vielsagend. Im Hintergrund knallen schon die ersten Sektkorken.
Fünf Minuten bleiben der TSG Roth III in diesem Moment noch Zeit, um einen 0:2-Rückstand aufzuholen und den Abstieg in die A-Klasse zu verhindern. Doch die beiden Laibstädterinnen haben längst keine Zweifel mehr daran, dass dieses Entscheidungsspiel auf dem Meckenhausener Sportplatz kippen könnte. Für sie ist es schon sicher, dass am Donnerstagabend noch ein rauschendes Fest im DJK-Sportheim stattfindet. Denn so heiß die Laibstädter auf den Aufstieg waren, so ausgelassen werden sie ihren Triumph feiern – und das wohl auch noch mehrere Tage.

Schließlich hat der gesamte Verein eine gefühlte Ewigkeit auf diesen Moment gewartet. 21 lange Jahre ist es her, dass die Laibstädter Fußballer zum ersten und bislang einzigen Mal den Aufstieg aus der untersten Spielklasse schafften. Einige aus der aktuellen Elf waren zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren. Einer, der damals dabei war, ist der aktuelle DJK-Vorsitzende Bernhard Fenzl. Er kann sich noch gut daran erinnern, dass schon die damalige Aufstiegsfeier den ganzen Ort bewegte. "So ein Aufstieg ist schon was Besonderes für einen so kleinen Verein."

Zumal dieser kleine Verein eine so wechselhafte Fußballgeschichte hat: Direkt nach ihrer Meisterschafts-Saison 1988/89 stiegen die Laibstädter sang- und klanglos wieder in die C-Klasse ab. Wenige Jahre später lösten sie sogar ihre Herrenmannschaft auf und kehrten erst zur Saison 2000/01 wieder in den Punktspielbetrieb zurück. Nach einigen sehr harten Lehrjahren und zuletzt auch einigen guten Aufbaujahren unter Trainer Robert Schwemmer gelang jetzt aber der ganz große Wurf: Punktlich zum 30-jährigen Vereinsbestehen darf die DJK wieder einmal einen Aufstieg feiern.

Als die letzten fünf Minuten vorbei sind und der Schiedsrichter abpfeift, kennt der Laibstädter Jubel keine Grenzen: Sektduschen, Bierduschen, Wasserduschen. Erst wird Spielertrainer Stephan Handl von seiner Mannschaft in die Luft geworfen, und dann feiert die Laibstädter Elf mit ihren Fans und ganz viel Humbahumbatätärä. Für einen Moment lässt Handl den Trubel hinter sich und sagt: "Dass es gleich in meiner ersten Saison als Trainer geklappt hat, ist der größte Aufstieg in meiner Karriere. Sogar noch besser als der Aufstieg mit dem TSV Roth in die Bezirksoberliga."

Insofern hat sich an diesem Donnerstag ein großer Kreis für Stephan Handl geschlossen. Mehr als 100 Tore steuerte er in fünf Jahren zum steilen Aufstieg des TSV-Teams bei, ehe er sich jetzt mit der DJK Laibstadt den Rother Platz in der Kreisklasse holte. Beim Blick auf die Aufstellung bekam es Handl zwar kurz mit der Angst zu tun, weil die von großen Personalproblemen geplagte TSG Roth III mit Jörg Dänzer, Matthias Ochsenkühn, Thorsten Weinert und Holger Reincke gleich mehrere seiner früheren Mitspieler auf Bezirksebene aufbot. Doch die sind zum Teil schon über 40 Jahre alt, spielen meistens nur noch in der AH, so dass der Laibstädter Spielertrainer letztlich sehr guter Dinge auf den Platz ging.

Das Spiel bestätigte denn auch die Einschätzung von Stephan Handl. Weil sich das schlecht eingespielte TSG-Team viele Fehler leistete, war die DJK von Anfang an deutlich am Drücker. Nach einem kapitalen Fehlpass von Thorsten Weinert kam DJK-Stürmer Michael Jobst bereits nach fünf Minuten zur ersten Großchance, spitzelte aber den Ball frei vor dem Rother Torhüter Mathias Hofmann am Ziel vorbei. Im weiteren Verlauf der ersten halben Stunde musste Hofmann sein Team sogar noch zwei Mal vor dem drohenden Rückstand bewahren.

Die größte Gelegenheit zum Führungstreffer hatte trotzdem die TSG Roth III. Als die Laibstädter Abwehr den ehemaligen Toptorjäger Holger Reincke nur noch unfair im Strafraum stoppen konnte, scheiterte der Gefoulte jedoch beim fälligen Foulelfmeter an DJK-Schlussmann Christian Struller (26.). Stattdessen kamen die Laibstädter nur drei Minuten nach dieser Schrecksekunde zur ingesamt verdienten Führung: Nach einem Missverständnis zwischen dem Rother Schlussmann und Abwehrspieler Denis Mazebura, der den Ball in Richtung TSG-Tor köpfte, staubte Stephan Handl zum 1:0 ab.

Wenige Minuten später erhöhte die DJK Laibstadt bereits auf 2:0, als Mazubura vom starken Michael Hadinger überlaufen wurde (37.). Und so wurde bereits vor dem Pausenpfiff die schwarz-gelbe DJK-Fahne vor den begeisterten Laibstädter Anhängern geschwenkt. Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Rother zwar nach Kräften um die Wende. Doch selbst dem einst so gefürchteten Holger Reincke wollte an diesem Tag einfach kein Treffer gelingen. Erst scheiterte er aussichtsreich an Struller (62.) und in der vorletzten Minute schließlich noch am Pfosten.

Da erinnerte sich der Laibstädter Spielertrainer Stephan Handl im Siegestaumel sehr gerne an seine erste Trainingseinheit bei der DJK. Damals hatte er als Saisonziel ausgegeben, in der A-Klasse vorne mitzuspielen. "Für den Aufstieg braucht es nämlich Glück. Aber das haben wir ja heute gehabt." Wie schon mehrfach in dieser Saison waren die Laibstädter auch gegen die TSG Roth II nicht unbedingt das spielerisch bessere Team. "Aber die Leidenschaft meiner Mannschaft ist einfach großartig", lobte Handl. "Andere spielen vielleicht besser Fußball. Aber wir sind das bessere Team."

DJK Laibstadt: Christian Struller, Thomas Hadinger, Manfred Regensburger, Roland Eigner, Michael Forster, Michael Spieß, Michael Hadinger, Christian Schweinesbein (56. Wolfgang Struller), Hans-Jürgen Endres, Stephan Handl, Michael Jobst (64. Franz-Josef Frey).

TSG Roth III: Mathias Hofmann, Raphael Streitel (81. Friedrich Haar), Thorsten Weinert, Denis Mazebura (84. Karl Straußinger), Jörg Maximini, Jörg Dänzer, Florian Lehner, Matthias Ochsenkühn, Holger Reincke, Jonas Bösl, Mario Wild.

Tore: 1:0 Stephan Handl (29.), 2:0 Michael Hadinger (37.).

Schiedsrichter: Helmut Bauer (FC Deining). – Zuschauer: 300.

Von Jochen Münch
 

Warten auf den Mannschaftsbus

Nervosität, doch optimistische Stimmung im Bus

Einlauf in Meckenhausen

Relegationsgegner: TSG Roth III

Motiviert bis unter die Haarspitzen


Elfmeter für Roth,
doch Christian mit einem überragenden Spiel heute hielt auch diesen.

1:0
Kopfballrückgabe der Rother zum Torwart, doch dieser war schon aus dem "Kasten" herausgelaufen

2:0
Hadinger traf aus spitzem Winkel ins gegnerische Tor


Fanblock

Halbzeitbeschäftigung


In der zweiten Hälfte machten die Rother mächtig Druck

Sieg und Aufstieg

Des einen Freud, des anderen Leid

Zuschauerdusche


Man lässt Stefan hochleben

Aufsteigerfoto

Die Tröte qualmt schon

Empfang in der Ortsmitte


Bürgermeister Brunner überbrachte Glückwünsche und spendete 15 Kästen Bier

Aufsteiger Platzwart;
Waggi macht den Platz für die Kreisklasse

Spielertrainer und Vorstand

 

 

Zensiert

 

 

 


©1998 by Werner Fürsich