Wissenswertes über Laibstadt

In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstand die Urpfarrei Laibstadt, um 1068 wurde die erste Kirch durch Gundekar II. geweiht. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Laibstadt 1080.

1472 stellte man den Kirchturm der Kirche fertig (Jahreszahl an der Sakristeitüre und im Chor - halbierte 8 bedeutet 4).

In und um Laibstadt gibt es etliche Bergwerkstollen, die fachmännisch angelegt worden waren (Laibstädter Bergwerk ). Urkundlich erwähnt sind Bergwerke zu verschiedenen Zeiten. Was man damals geförderte wurde, kann heute nur noch vermutet werden. Eine Rekonstruktion eines Stollenstückes unter Verwendung von Originalbalken aus dem Jahr 1730/31 ist am Thalachübergang (Richtung Dannhausen) errichtet worden.
Zu erwähnen wären auch noch die Keltenschanze und ein Abschnittswall.

Die Geschichte Laibstadts

 UlrichsurkundeVor ca. 900 Jahren,  im Jahre 1080, verlieh Kaiser Heinrich 1V. dem Bischof Ulrich von Eichstätt den Wildbann über ausgedehnte Walagebiete. Laibstadt wird in diesem offiziellen Schriftstück als zum bischöflichen Herrschaftsgebiet gehörig als ))villa laibestat(( aufgeführt. Das bedeutet, daß Laibstadt damals schon als sog. ))Kirchendorf(( Bestand hatte. Bald darauf - also lange, lange bevor Heideck entstand wurde Laibstadt Pfarrdorf und stellte als Urpfarrei oder Mutterpfarrei einen geistigen und kulturellen Mittelpunkt für die ganze Umgebung dar. Folgende Ortschaften gehörten irgendeinmal der Großpfarrei oder, modern ausgedrückt, dem Pfarrzentrum Laibstadt an:

Kirche vom Lutz aus gesehenAlle diese Orte wurden von Laibstadt aus fast 200 Jahre lang meist von 3 Geistlichen seelsorglich zentral versorgt. Erst als die HERREN VON HEIDECK 1218 am Fuße des Schloßbergs die Stadt Heideck gründeten, ging die regionale Vorrangstellung Laibstadts verloren.

 

Frühgeschichte Laibstadts Ortsentstehung .

 In der erwähnten Ulrichsurkunde wurde lediglich bestätigt, daß das Kirchendorf Laibstadt 1080 schon bestanden hatte. Über die Entstehung des Ortes selbst gibt uns die Urkunde nicht Aufschluß.
Wir können dennoch mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß das Dorf am Ende der Völkerwanderung, alo etwa um 700 n.Chr. von dem germanischen Sippenführer Laibi gegründet wurde, er gab unserem Dorf seinen Namen: Stätte, Wohnstätte des Laibi - später laibestatt - heute Laibstadt.
Es ist aber auch möglich, daß sich der Ortsname ))Laibstadt(( vom altgermanischen Wort laiv =: Hügel herleitet (vgl.: Laib Brot). Laivstatt wäre demnach die ))Wohnstätte auf dem Hügel«.

Keltenzeit

Schon lange vor der Besitzname durch die Germanen war das Gebiet um Laibstadt besiedelt. In der Zeit um Christi Geburt lebten hier die über ganz Europa verstreuten Kelten oder Gallier. Wir wissen, daß sie in großen Gemeinschaften zuammenlebten, daß sie neben der Viehzucht auch erfolgreich Ackerbau betrieben, über erstaunliche technische Fähigkeiten verfügten und an Kultstätten höhere Wesen verehrten.
Zwei solcher Kultstätten, wo den Göttern geopfert wurde, liegen auf Laibstädter Gemeindegrund, eine davon ist die fast 100x100 m große Viereckschanze im Süden des Dorfes auf der sog. Stierwiese.

Steinzeit

Dennoch sind schon aus viel früheren Zeiten Menschen in unserer Gegend nachweisbar. Vor 100 000 Jahren bereits haben Steinzeitmenschen als Jäger, Fischer und Sammler unsere Fluren durchstreift.
Aus der Jungsteinzeit liegen mehrere Fundgegenstände wie Pfeilspitzen aus Hornstein, Steinklingen, Steinbeile und Schaber sowie Tonscherben vor - Werkzeuge die auf Laibstädter Feldern gefunden wurden und vom Leben der Menschen zeugen, die vor etwa 4000 Jahren hier gelebt hatten.
 

 Laibstadt im Schatten Heidecks

Mit der Entstehung Heidecks 1278 hatte Laibstadt aufgehört, geistiges Zentrum dieses Gebietes zu sein. Da Laibstadt auch verwaltungsmäßig dem Herrschaftsgebiet der HERREN VON HElDECK angehörte, verläuft von diesem Zeitpunkt an die Entwicklung Laibstadts paralell zur Geschichte der benachbarten Stadt.
Nur 1448 rückte Laibstadt nochmals in den Mittelpunkt politischen Interesses. In diesem Jahr errichtete Konrad II. von Heideck mit Hilfe der Stadt Nürnberg in Laibstadt ein Eisenbergwerk. Es kam deswegen mit dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach zur kriegerischen Auseinandersetzung, in deren verlauf Heideck erobert und das Bergwerk in Laibstadt durch ein Rollkommando zugeschüttet wurde. Dieser Krieg um Laibstädter Bergwerkrechte hat die ohnehin anfällige Finanzkraft der Herren von Heideck derart erschüttert, daß sie sich schließlich gezwungen sahen, ihr Land an Bayern-Landshut zu verpfänden.
Mit Heideck gelangte Laibstadt 1505 zum neuerrichteten Fürstentum Pfalz-Neuburg.
Zusammen mit Heideck nahm Laibstadt bereits 1542 den evangelisch-lutherischen Glauben an.
Von Heideck aus unternahmen die Jesuiten 70 Jahre später die Rekatholisierung unseres Dorfes.
Bei der Neuordnung durch Napoleon wurden Heideck und Laibstadt 1806 wie alle fränkischen Gebiete dem Königreich Bayern einverleibt.
Nochmals erlangte Laibstadt - als größtes Dorf im damaligen Bezirksamt Hilpoltstein eine relative Selbständigkeit als eigenständige politische Gemeinde und als Schuldorf teilweise mit 3 Schulklassen.
Im Rahmen der modernen Gebietsreform verlor Laibstadt diese Selbständigkeit und wurde am 1. Mai 1978 - also genau zum 700-jährigen Jubiläum der Stadterhebung nach Heideck eingemeindet.

 

 

©1998 by Werner Fürsich