Der Laibstädter Stefan (23) Lang ist seit März 2002 mit dem Technischen Hilfswerk in Sierra Leone im Einsatz

Stromgeneratoren der UNO unter Kontrolle

Seit März 2002 ist Stefan im westafrikanischen Sierra Leone im Einsatz. Gemeinsam mit Kameraden ist er für die Reparatur von Stromgeneratoren verantwortlich.

Menschen helfen, ein fremdes Land und eine andere Kultur kennen lernen - Wer träumt nicht davon, für Stefan Lang (Oberpeter) ist der Traum Wirklichkeit geworden. Seit März diesen Jahres ist er in Sierra Leone/Westafrika mit dem Technischen Hilfswerk (THW) im Einsatz. Nach der Schulausbildung und der Lehre als Elektromechaniker in Heideck hat sich Stefan als Wehrpflichtiger für eine Ersatztätigkeit beim THW entschieden. Freunde, die das THW bereits kannten, hatten ihn dazu ermuntert. Bereut hat er es nicht. Als ehrenamtlicher Helfer ist er dem THW treu geblieben.

"Für mich war es wichtig, Menschen zu helfen", begründet Lang seine Entscheidung. Auf einen  möglichen Auslandseinsatz aufmerksam wurde Lang während eines Gespräches mit einem Mitglied von der THW-Leitung in Bonn. Dieses erzählte vom Projekt des THW in Sierra Leone, dem derzeit einzigen in Afrika, und dass noch Freiwillige mit einer Berufsausbildung, wie Lang gesucht werden.
Dann ging alles ganz schnell. Im Januar dieses Jahres absolvierte Stefan Lang als Voraussetzung für einen Auslandseinsatz den Lehrgang "Einsatzgrundlagen Ausland" an der THW-Schule in der Nähe von Stuttgart. Dabei standen vor allem Landeskunde und Verhaltensweisen auf dem Lehrplan.
Kurze Zeit später wurde ihm bereits der Abflugtag 15. März in Richtung Sierra Leone mitgeteilt. Menschen zu helfen, war die Motivation für den Einstieg beim THW vor zwei Jahren und ist für den Heidecker auch jetzt der Antriebsmotor für den Einsatz in Sierra Leone. Das vom Bürgerkrieg geschüttelte Land hat als eines der ärmsten Länder Afrikas eine Unterstützung auch bitter nötig. Für zehn Monate, nur durch einen dreiwöchigen Urlaub im September unterbrochen, leistet Lang einen freiwilligen Beitrag für diese Hilfe.
Gemeinsam mit elf Kameraden aus Norddeutschland und vier Einheimischen wartet und repariert er Stromgeneratoren der Vereinten Nationen (UN). Das Team ist in einem Camp in Hastings, einem kleinen Ort rund 15 km von der Hauptstadt Freetown entfernt, untergebracht. Wann immer ein Generator in den Camps der UN im Umkreis von 100 Kilometern defekt ist, sind Lang und sein Team zur Stelle und sei es mitten in der Nacht.
Die Generatoren werden an Ort und Stelle oder in der eigenen Werkstatt im Camp repariert. Ein zwölf- bis 14-Stundentag ist dabei völlig normal. Der Sonntag ist der einzige Tag an dem nicht voll gearbeitet wird.
In den ersten zwei Wochen musste Lang noch in einem Zelt schlafen, jetzt ist es in einem klimatisierten Wohncontainer wesentlich angenehmer. Die große Hitze, in der Trockenzeit durchschnittlich um die 40 Grad Celsius, und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Regenzeit wären sonst kaum zu ertragen. "Das Klima hat mir am Anfang schon schwer zu schaffen gemacht, jetzt habe ich mich aber daran gewöhnt. Jede Bewegung und jeder Arbeitsschritt gehen nun mal unter solchen Bedingungen etwas langsamer als wir es in Deutschland gewohnt sind", so Lang.
Beeindruckend findet Lang die Freundlichkeit und Offenheit der Einheimischen. Auch die westafrikanische Küstenlandschaft mit ihren sanften Hügeln und der in der Regenzeit üppigen Vegetation haben es ihm angetan. Das Zusammentreffen mit Soldaten und Mitarbeitern der UN aus vielen verschiedenen Nationen empfindet Lang als persönliche Bereicherung. Regelrecht schockiert ist er jedoch von der bitteren Armut in Sierra Leone. "Diese Bilder kannte ich vorher nur aus dem Fernsehen", erklärt Lang. Bettelnde Kinder, teilweise mit Verstümmelungen aus dem Bürgerkrieg, gehören in etlichen Städten von Sierra Leone zum traurigen Straßenbild. "Die Einheimischen sind für die Hilfe dankbar und entschädigen uns mit ihrer Freundlichkeit", ist der THWler sichtlich gerührt.
Seine Erwartungen an den Einsatz in Sierra Leone wurden durch die vielen positiven Eindrücke schon jetzt, fünf Monate vor Ende des Einsatzes, voll erfüllt: Für Lang war Sierra Leone bestimmt nicht der letzte Auslandseinsatz bei THW. Denn wer einmal Auslandsluft geschnuppert hat, so heißt es, kann den nächsten Einsatz kaum erwarten.

Infos zu Sierra Leone

E-Mail Stefan Lang: thwstefan@gmx.net


Kaspar Eigner

 

Vom Wegmacher zum Straßenwärter

Meine Kindheitserinnerungen reichen zurück in die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, in denen zur Winterzeit mit Pferden, je nach Schneehöhe, mit einem vier- bis sechsspännigen Holzschneepflug, der Schnee von der Fahrbahn geräumt wurde. Als ich 1955 beim Landkreis Hilpoltstein unter Landrat Dr. Engelhart eingestellt wurde, war so vieles ganz anders als heute. Unsere Arbeiten begannen vor der Haustüre, da die meisten Strecken in der Verantwortung der anwohnenden Straßenwärter waren.
1960:ein Mähtrupp an der Straße Heideck-Rudletzholz. Es war noch Handarbeit gefragtDie Arbeitsgeräte damals waren eine Schaufel, ein Besen, eine Wegmacherhaue und ein zweirädriger Schubkarren. Der Unterhalt der damaligen Schotterstraßen war sehr aufwendig, da Regen Wind Schnee schwerwiegende Schäden, vor allem große und gefährliche Schlaglöcher und Spülrinnen in der Fahrbahn verursachten. Besondere Schäden hatte die Verwendung eines Eisenradschuhs zur Folge, der als zusätzliche Bremse bei den Fuhrwerken, die mit Steinen oder Holz schwer beladen waren, angebracht wurde. Dieser riß oftmals eine tiefe Rille in die Gefällstrecke. Grob- und Feinschotter, der von unseren Wegmachern im Steinbruch Kaldorf mit einer Steinquetsche des Landkreises aufbereitet wurde war das Material für die erforderlichen Ausbesserungsarbeiten. Es war in kleinen Haufen am Straßenrand gelagert und wurde in die Schlaglöcher eingebaut,
1993: auch beim Mähen der Straßenränder hat die Maschine den Menschen verdrängtSehr wichtig für die Straßeninstandhaltung war das ständige überarbeiten der Wasserflossen und Gräben, damit keine größeren Ausspülungen auftreten konnten.Die Gräben wurden zur damaligen Zeit alle von Hand ausgehoben und ausputzt. Den Aushub nahmen die Bauern dankbar ab, da er eine gute Humusergänzung für die angrenzenden Felder war. Auch im Sommer wurde um das Mähgut, das als Viehfutter entlang der Bankette anfiel, fast gestritten. Vor allem die kleinen Landwirte waren auf dieses Zufutter angewiesen.
Samstagsarbeit war damals innerhalb der Ortschaften üblich, und wir verstanden es, die Straße vor den Höfen ganz besonders zu kehren, in denen gerade ein Schwein geschlachtet wurde. Somit wurden wir hin und wieder zu einer Metzelsuppe eingeladen. Das war jedesmal ein Fest und eine Willkommene Ablenkung.

Schneeräumen 1942: das halbe Dorf rückt aus, um die Straße bei Laibstadt freizuschaufelnIn schneereichen Wintern, die es damals öfters gab, hatten wir besonders mit den starken Verwehungen zu kämpfen. Nicht selten mußten Leute vom Dorf zu Hilfe geholt werden, um den liegengebliebenen Schneepflug  ein LKW - und das Milchauto freizuschaufeln. Die winterlichen Streckarbeiten wurden von der offenen, zugigen LKW-Ladefläche aus durchgeführt. Einer mußte mit einem Schlegel den gefrorenen Sand zerschlagen, ein anderer hatte den Sand zum Streuloch zu schaufeln und noch einer mußte im Streuloch stochern, damit der Streusand nicht zu klumpen zusammenfror. Denn damals war die Zumischung und Verwendung von Streusalz in unserem Bereich nicht gebräuchlich. Bei der eisigen Kälte haben wir oftmals das Gefühl in Fingern und Zehen verloren.Was hundert Hände nicht schaffen können, erledigt heute die Schneeschleuder.Schwierigkeiten verursachte auch der Dieseltreibstoff, weil er immer wieder einfror. Wir halfen uns, indem wir eine mit Diesel getränkte Putzwolle anzündeten und die eingefrorene Leitung und die Filter auftauten. Half das nichts, so wurde eine Schied Stroh unter dem Motor angezündet, um das Fahrzeug wieder flott zu machen. (Man stelle sich das bei den heutigen vielen Kunststoffleitungen vor)
Ein Weihnachtsgruß für die AutofahrerDer gute Fritz Maderholz aus Dannhausen hat zur Weihnachtszeit eine schöne Tradition angefangen, die bis heute weitergeführt wird. In der Adventszeit wurde eine nahe der Fahrbahn stehender Tannenbaum mit Kugeln und Leuchtzeichen festlich zur Freude der Verkehrsteilnehmer und Spaziergänger geschmückt. Solche und ähnliche Geschichten könnten Seiten füllen, aber ich will es hiermit belassen.

Von 1956 bis 1959 hat sich der Landkreis eine neue 10 Tonnen Hammer Walze angeschafft, die unter anderem auch die damals laufenden Flurbereinigungen ausgeliehen und vermietet wurde. Es war meine Aufgabe, diese Straßenwalze zu bedienen und so wuchs bei mir das Interesse am Straßenbau.  Ebenried war meine erste Station. An Waizenhofen kann ich mich ganz besonders erinnern, da ich dort tagtäglich bei einem anderen Bauern zum Essen eingeladen wurde. Oft bekam ich abends noch eine Brotzeit mit nach Hause, die damals meiner jungen Familie sehr zugute kam.

Frisch ausgebildete Straßenwärter bei der praktischen Prüfung in der SeiboldsmühleVon 1959 bis 1965 hatte ich die Verantwortung der Bauaufsicht beim Aus und Neubau verschiedener Kreisstraßen. Anschließend wurde im Altlandkreis Hilpoltstein mit dem Ausbau der Ortsstraßen in Eigenregie begonnen. Im Zuge der Gebietsreform und den damit verbundenen Eingemeindungsverträgen konnte ich über viele Jahre beim Ausbau von 41 Ortsdurchfahrten mitarbeiten, da von Seite des Landkreises eine Person abgestellt wurde, die die fachliche Leitung und Organisation der Straßenbauarbeiten übernahm. So entstanden in den 60-iger und 70-iger Jahren preisgünstige Gemeinde und Ortsstraßen. Gerne erinnere ich mich an diese Zeit zurück, und wenn ich heute durch die Dörfer fahre, finde ich noch viele Freunde aus dieser Zeit einer angenehmen Zusammenarbeit.
Die Sicherung dieses alten Straßensteins wurde nicht übersehenAls ich 1975 zur Leitung des Bauhofs Hilpoltstein berufen wurde, war es mit der Wegmacherei vorbei. Mittlerweile war das System des Straßenunterhalts geändert. Im Gegensatz zu früher, als jeder Wegmacher für ein Straßenteilstück zuständig war wurden jetzt zentral vom Bauhof aus verschiedene Arbeitsgruppen gebildet.Sie kümmerten sich um den Straßenunterhalt, die Grün-, die Bankett-, Baum und Heckenpflege sowie um den Neubau vorn Fahrradwegen.
Die Bautagebücher geben heute noch Aufschluß über meine Arbeiten bzw. die der verschiedenen Bautrupps. Jeder Tag und jede Tätigkeit ist darin aufgeführt.
Zur Verkehrssicherheit wurde ein Stramot (motorisierter Straßenwärter) eingesetzt, der jede Woche alle Kreis- bzw. Gemeindeverbindungsstraßen abfuhr, um nach dem Rechten zu sehen. Anfallende Arbeiten wurden soweit möglich an Ort und Stelle ausgeführt. Dazu gehörte z.B.das Erganzen der Leitpfähle, das Ausrichten und Ergänzen der Verkehrszeichen, das Abkehren von Fahrbahnverschmutzungen. Größere Schäden wurden dem Bauhofleiter gemeldet, der sich um eine umgehende Beseitigung kümmerte. In diesen Jahren galt meine ganz besondere Aufmerksamkeit der Verkehrssicherheit auf den mir anvertrauten Straßen, um Verkehrsunfälle so gering wie nur möglich zu halten. In kollegialer Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitern ist das auch gut gelungen.
1975 übernahm Kaspar Eigner die Leitung des Kreisbauhofs in HilpoltsteinBesonders dankbar bin ich, daß sich während der Zeit meiner Verantwortung im Bauhofbereich keine größeren Unfälle bei den Mitarbeitern ereignet haben.

Seit 1995 genieße ich meinen Ruhestand und blicke mit Freude und Zufriedenheit auf meine Zeit bei den Landkreisen Hilpoltstein und Roth zurück.
Wer am Wege baut hat viele Meister