Heile Welt auf dem Dorf ?

Wer aus einer Großstadt nach Laibstadt zu Besuch kommt, wird von der dörflichen Idylle begeistert sein. Auch wir als Dorfbewohner sind uns bewusst, dass wir hier noch ein Stückchen "heile Welt" für uns und unsere Kinder haben, wie sie nur noch selten zu finden ist. Wenn man sich begegnet wird gegrüßt, man redet miteinander und hilft sich gegenseitig. Es wird gefeiert, gelacht und auch getrauert, das Leben des nächsten geht hier noch jeden etwas an.
Auch gibt es manchmal Ärger und Streit, der aber in der Regel nie ausufert.

Wer schon einmal mit den Laibstädern auf einem der zahlreichen Feste mitfeierte, der wird feststellen das diese Dorfgemeinschaft doch irgend etwas besonderes ist.

Also keine Probleme? Ganz so einfach ist es auch wieder nicht...

Eine gesunde Infrastruktur in einem Dorf mit etwas über 400 Einwohner herzustellen ist kaum möglich, zumal das Dorf 1978 nach Heideck zwangseingemeindet wurde. Somit liegen viele Entscheidungen nicht mehr im Einflussbereich des Dorfes.
Im laufe der Zeit hat sich viel geändert, kleine Geschäfte mussten schließen, von drei Wirtshäusern ist keines mehr übrig, die Schule wurde verkauft, für den Pfarrer gab es im Dorf keinen Nachfolger, die Tankstelle wurde geschlossen, die wenigsten verdienen noch ihr Geld mit und in der Landwirtschaft ....

Probleme gab es außerdem noch mit einer drohenden Kindergartenschließung die zwar noch einmal abgewandt wurde, doch mangels Kinder  nicht vom Tisch ist.
Ursache dieser Probleme sind u.a. das seit zwei Jahrzehnten vermisste Baugebiet, dass manche bauwillige Laibstädter abwandern ließ.
Das Rathaus hat schon bessere Zeiten gesehen, mit dem eigentlich erfreulich erwarteten Pfarrheimausbau konnte man sich über die Baupläne nicht einigen.
Eine Umgehungsstrasse wird kontrovers diskutiert, die im nördlichen Bereich der Ortschaft sehr viel Natur verbraucht. Sie soll den Verkehr einer neu geplanten Bundesstrasse aufnehmen, der sonst mit bis zu 10.000 Fahrzeuge pro Tag durch die Ortschaft laufen müsste.

Doch es gibt auch positives zu melden. Da wäre der überaus aktive Sportverein und das eingangs erwähnte Dorfleben das sich nicht unterkriegen lässt. Die wenigen Neubürger und Urlaubsgäste haben hier keine Integrationsprobleme. Wer auf die Laibstädter zugeht, sich in einem der vielen Vereine engagiert oder über die Kinder Kontakte zu anderen Eltern knüpft, hat es sicher nicht schwer

Noch ist Laibstadt keine "Schlaf-Siedlung", und das soll es auch nicht werden.